(Ne)tzwerk (R)assismus (a)n (S)chulen

Definitionen von Rassismus

1) Grob gesagt, besteht Rassismus aus Handlungen, Redeweisen oder Einstellungen, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder ethnischen Herkunft bevorzugen oder benachteiligen. Seine subtileren Formen richten ebenso viel Schaden an wie unverhüllte Formen.

Institutionalisierter Rassismus ist das kollektive Versagen einer Organisation, einer Gruppe von Menschen angemessene und professionelle Dienstleistungen zu bieten, und zwar aufgrund deren Hautfarbe, Kultur oder ethnischer Herkunft. Dieser ist in Vorgängen, Einstellungen und Verhaltensweisen erkennbar, die durch Vorurteile, Unwissenheit, Gedankenlosigkeit und rassistische Klischees diskriminierend wirken und Angehörige ethnischer Minderheiten benachteiligen. Rassistische Vorfälle und Schikanen können in jeder Institution vorkommen, egal wie viele Schüler/innen mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund dort tatsächlich vorhanden sind.

Ein rassistischer Vorfall ist ein Vorfall, den das Opfer oder irgendjemand anders als rassistisch empfindet.

(Quelle: www.kompass.humanrights.ch)

2) Rassismus zielt dabei nicht auf subjektiv wahrgenommene Eigenschaften einer Gruppe, sondern stellt deren Gleichrangigkeit und im Extremfall die Existenz der anderen in Frage. Rassische Diskriminierung versucht typischerweise, auf (projizierte) phänotypische und davon abgeleitete persönliche Unterschiede zu verweisen. Unabhängig von seiner Herkunft kann Rassismus jeden Menschen betreffen. Die Konvention der Vereinten Nationen unterscheidet nicht zwischen rassischer und ethnischer Diskriminierung. Ein erweiterter Rassismusbegriff kann auch eine Vielzahl anderer Kategorien mit einbeziehen. Menschen mit rassistischen Vorurteilen diskriminieren andere aufgrund solcher Zugehörigkeit, institutioneller Rassismus verweigert bestimmten Gruppen Vorteile und Leistungen oder privilegiert andere. Rassistische Theorien und Argumentationsmuster dienen der Rechtfertigung von Herrschaftsverhältnissen und der Mobilisierung von Menschen für politische Ziele. Die Folgen von Rassismus reichen von Vorurteilen und Diskriminierung über Rassentrennung, Sklaverei und Pogrome bis zu sogenannten „Ethnischen Säuberungen" und Völkermord.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus)

3) Definition NeRaS

einige Formulierungen übernommen von den Internetseiten der
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund) e.V.
und des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e.V. (IDA)

Rassismus ist die bewusste und unbewusste Hierarchisierung und Diskriminierung von Menschen auf Basis konstruierter Differenzen äußerlicher und/oder kultureller Art, die mit einer Aufteilung der Gesellschaft in die dazu gehörenden ("wir") und die nicht dazu gehörenden ("ihr") einhergeht. Die zugeschriebenen physiognomischen und/oder kulturellen Differenzierungen werden mit positiven ("wir") oder negativen ("ihr") Merkmalen (Charakter, Moralität, Vernunftbegabung, etc. …) verknüpft.

Die bestehenden Machtverhältnisse (Mehrheitsverhältnisse, Gesetzgebung, Geld, Staatsgewalt, Zugang zu Medien und Bildung, etc. …) setzen die Etablierung eines gesellschaftlichen "Wissens" um diese vermeintlichen Differenzen und künstlichen Zuschreibungen durch und ermöglichen damit Ausgrenzung und Unterdrückung der als nicht-dazugehörig Definierten. Gleichzeitig kann Rassismus als Rechtfertigung bestehender Verhältnisse von gesellschaftlicher Ungleichheit und als Legitimation von Herrschaft und Unterwerfung dienen.

Rassistische Handlungen entstehen häufig nicht aus Böswilligkeit, sondern aus bewusster oder unbewusster Ignoranz gegenüber der Bedeutung und der Konsequenzen dieser Handlungen. Rassistische Handlungen, auch solche, die von den Handelnden nicht als solche eingestuft werden, sind immer herabwürdigend, diskriminierend und in ihren Auswirkungen gravierend.

Die gesellschaftliche, strukturelle Verankerung dieser Gewalt- und Entmenschlichungspraxen verweist auf Rassismus als Phänomen der Mitte der Gesellschaft, das zwar in Handlungen einzelner Individuen zum Ausdruck kommt, ohne die gesellschaftliche Verankerung aber nicht erklärbar ist. Rassistische Repräsentationen werden in Medien und Kunst, in Erziehung und Wissenschaft tradiert, was zu einer problematischen Normalisierung psychischer wie physischer rassistischer Gewalt führt. Rassismus unterliegt unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und manifestiert sich dementsprechend in verschiedenen gesellschaftlichen Praxen.

Wichtig ist dabei festzuhalten, dass es nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen keine biologischen Menschenrassen gibt, und der Begriff Rassismus aus einem veralteten Bild der Existenz unterschiedlicher Menschenrassen stammt. Da es keine Aufteilung in Rassen aus biologischen Gründen geben kann, muss jedwede Hierarchisierung und Diskriminierung durch künstlich konstruierte Differenzen entstehen, welche wiederum durch Bildung und Tradition verstärkt oder vermindert werden.

Allerdings sind es leider nicht die rassistischen Routinen, Traditionen und Strukturen, die im gesellschaftlichen Diskurs als Problem wahrgenommen werden, sondern nur die rassistischen Handlungen von Individuen, vorzugsweise am rechten Rand der Gesellschaft, die es zu informieren, zu überzeugen oder strafrechtlich zu verfolgen gilt. Mit diesen sich auf Individuen und Einzelfälle konzentrierenden Reaktionen geraten die mindestens genauso wichtigen und langfristig entscheidenden strukturellen rassistischen Unterdrückungs- und Barriereinstanzen - ob gewollt oder nicht, sei dahin gestellt - fälschlicherweise aus dem Blick.

Antirassismusarbeit beginnt demzufolge mit einer Aufklärungsarbeit über die Strukturen der Entstehung, Verbreitung und Ausnutzung von künstlichen äußerlichen und/oder kulturellen Differenzen bei Menschen sowie der Aufklärung über die gravierenden herabwürdigenden und diskriminierenden Folgen von Rassismus – auch bei fehlender Böswilligkeit und auf Ignoranz basierenden Handlungen. Antirassismusarbeit manifestiert sich im Kern durch Handlungen, welche rassistische Strukturen aufdecken und auflösen, um dem individuellen Rassismus die Basis zu entziehen.

Was für Vorfälle können als rassistisch betrachtet werden?

Praktische Gesichtspunkte für die Entwicklung einer antirassistischen Strategie

Positive Maßnahmen sind keine Diskriminierung - AGG §5

Mehrfachdiskriminierung

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